Popkultur – Opium für das Volk!?
17. November 2017

Popkultur – Opium für das Volk!?
17. November 2017

Kunst|Wissenschaft|Gesellschaft

Vam Freitag, den 17. November 2017 um 19:00 Uhr –  Bambergsaal/Parkhotel Villach

Popkultur – Opium für das Volk!?

Zum Thema:

Ihre Anfänge finden sich in bildnerischen und musikalischen Subkulturen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Inzwischen hat ein über Musik und bildende Kunst hinausgehender Megatrend die einst subversiven und widerständigen Bewegungen in ein hegemoniales Mainstreamkonzept geformt, das mit Attributen wie Kulturindustrie, Massenkultur, Massenkonsum, Trivialisierung, Oberflächlichkeit, schrille Mode und Starkult beschrieben wird. Obwohl der Popkultur nach wie vor die Chiffre des Rebellischen anhaftet,  steht sie mittlerweile für das Programm der globalen Verwertung nicht nur des eigentlichen kulturellen Feldes Pate sondern wird zu einem gesamtgesellschaftlichen Lifestyle-Phänomen, das bis ins Politische hineinreicht.

Kann diese dominante Einheitskultur (Habermas) der Weltgesellschaft gefährlich werden? Ist nicht nur die traditionelle (Hoch)Kultur gefährdet, sondern vielleicht auch unser demokratisch organisiertes Zusammenleben?

Vorträge und Diskussion:

KLAUS THEWELEIT

Kulturtheoretiker aus Freiburg im Breisgau:
„The Times They Are a-Changin“ (Bob Dylan)
„Über die Entwicklung der Popkultur“

Dr. phil. Klaus Theweleit, geb. 1942 im ehemaligen Ostpreußen, ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Kulturtheoretiker und Schriftsteller. Als Mitglied des SDS und Teilnehmer an der außerparlamentarischen Opposition zählte Theweleit zum Kern der 68er Bewegung. Berühmt wurde er als Autor von „Männerphantasien“, einer Studie über faschistisches Bewusstsein. Er publizierte auch über Jimi Hendrix und Bob Dylan. Theweleit unterrichtete an Hochschulen in Freiburg, Berlin und Karlsruhe, hatte aber auch Lehraufträge in den USA, der Schweiz und Österreich. Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, zuletzt wurde ihm 2016 der Schillerpreis der Stadt Mannheim verliehen.

MANFRED PRISCHING

Soziologe an der Universität Graz:
„Massenkultur – Ware – Ideologie!?“
„Wie die Popkultur die Gesellschaft verändert“

Univ.Prof. Mag. Dr. Manfred Prisching, geboren 1950 in Bruck an der Mur, Studium der Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre, Habilitation für Soziologie 1985, Professor an der Karl-Franzens-Universität Graz. Prisching lehrte auch an zahlreichen amerikanischen Universitäten, u.a. auch in Harvard. Er ist korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Träger zahlreicher akademischen Auszeichnungen.  2009 erschien sein Buch „Das Selbst, die Maske, der Bluff: Über die Inszenierung der eigenen Person“, zuletzt 2014 „Verrückt.Verspielt.Verschroben. Unsere spätmoderne Gesellschaft: Texte und Bilder“, gemeinsam mit Franz Yan-Motschnik.

Die Vorträge werden in unserer Publikationsreihe Kunst|Wissenschaft|Gesellschaft Quer denken verschriftet und sind in den anprechenden Büchlein nachzulesen. Erhältlich im Buchhandel und im WieserVerlag.

Eine Veranstaltung des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten in Kooperation mit der Stadt Villach KULTUR und dem Institut für Germanistik der AAU Klagenfurt.