Publikationen 2018-02-07T11:43:03+00:00

Publikationsreihe

Edition
Kunst|Wissenschaft|Gesellschaft
Quer denken

Alle erschienenen Publikationen sind erhältlich im gut sortiertem Buchhandel wie z.B. der Buchhandlung HEYN oder direkt zu bestellen beim „Wieser“ Verlag.

Pressemeldung Kleine Zeitung
Pressemeldung Kärntner Tageszeitung

Band I

KUNST · WISSENSCHAFT · GESELLSCHAFT
EIN KULTURSTIFTENDER ZUSAMMENHANG?
Horst Peter Groß / Wolfgang Ullrich

Ein Blick auf die Menschheitsgeschichte lässt vermuten, dass nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Kunst ihren Ursprung in der eingreifenden Macht des Menschen in die Natur hat. Auf Grundlage dieser Hypothese und im Hinblick auf die Bewältigung inzwischen globaler Herausforderungen geht H. P. Groß der Frage nach, wie weit diese beiden zentralen „Kulturgestalten“ heute in der Lage sind, auf Not-wendige Veränderungen zu reagieren bzw. ihre Mittel und Ressourcen für eine menschengerechte gesellschaftliche Entwicklung einzusetzen.
Auf einen besonderen Aspekt des Verhältnisses von Wissenschaft und Kunst geht W. Ullrich ein, der sich auf den bereits seit der Antike vorhandenen Paragone zwischen Künstlern und Wissenschaftlern bezieht, wer von beiden wichtigere Erkenntnisse finden und vermitteln kann: Er befasst sich mit der Frage, was einen Geisteswissenschaftler von einem Prosaschriftsteller unterscheidet.

Band II

DIE (NATUR-)GESCHICHTE VON GUT UND BÖSE
Franz Wuketits / Peter Heintel

Die evolutionsbiologische Position: Moral fiel nicht vom Himmel; sie ist Resultat der
Evolution durch natürliche Auslese und Selektion. Moral – im Sinne von Regeln des
Zusammenlebens im Dienste der Funktion des Zusammenlebens – ist eine antropologische Universalie und hat wahrscheinlich einen biologischen Zweck.
Dagegen der philosophische Standpunkt: Moral kommt weder aus der Natur, noch ist sie aus einer evolutionären Naturgeschichte ableitbar; sie hat aber kein Fundament in
transzendenten Mächten, die uns die Differenz abnehmen, für uns zu entscheiden, was gut und böse ist. Moral hat vielmehr ihren Ort in der Wesensdifferenz des Menschen, in seiner notwendigen Selbstbestimmung. Weil Menschen nicht nur sind, sondern sich zugleich auch „aufgegeben“ sind, ist Moral Sache gemeinsamer Entscheidungen und Vereinbarungen.

Band III

EIN OPTIMISTISCHER BLICK AUF DEN PESSIMISSMUS
Bazon Brock / Konrad Paul Liessmann

Der optimistische Blick auf den Pessimismus wird einerseits damit begründet, dass die Wurzel des Schöpferischen nicht im blinden Glauben an eine Zukunft liegt, die keiner kennt und die deshalb als Fortsetzung der Gegenwart mit anderen Mitteln gedacht wird, sondern in der Kraft, die aus der Verzweiflung über den Weltzustand erwächst. (Konrad Liessmann).

Andererseits wird apokalyptisches Denken als einzige haltbare Begründung von Hoffnung angesehen. Durch die Evolution dem Menschen anerzogen war und ist die Fähigkeit, das Ende zu antizipieren, grundlegend, um in der Gewissheit dessen, was alles möglich ist, tatsächlich darauf vorbereitet zu sein, dem drohenden katastrophalen Schicksal zu entgehen und die Kraft des Beginnens entwickeln zu können (Bazon Brock).

Band IV

PHANTASIE UND KONSTRUKTION VON MÖGLICHKEITEN
Annäherung aus Kunst und Mathematik
Manfred Bockelmann / Willibald Dörfler

Ein Mathematiker, der seinen wissenschaftlichen Zugang in gewisser Weise auch als „Erkundung des Möglichen“ begreift, in Diskussion mit einem Künstler, der seine Arbeit demgegenüber als „seismografische Erkundung“ bezeichent.
Bezogen auf die damit jeweils verbundene „Konstruktion von Wirklichkeit“ und dem gesellschaftspolitischen Anspruch, den sie ihrer Arbei beimessen, gibt es interessante Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten. Diese können auch im Hinblick auf Wissenschaft und Kunst im Allgemeinen reflektiert werden.

Band V

DIE WESENSENTSTEHUNG DES MENSCHEN IM NATURBEZUG
Wie archaische Muster unser Verhalten beeinflussen
Kurt Kotrschal / Gerhard Schwarz

Den homo sapiens gibt es schon lange, die Kulturentwicklung ist aber sehr kurz. Wir können heute vier große Revolutionen in der Entwicklung des Menschen feststellen, die es vor der neolithischen Revolution, also vor der Kulturentwicklung, gab. Das Verhalten der Menschen wird heute noch von archaischen Mustern aus der „ Steinzeit“ beeinflusst, besonders wenn sie emotional engagiert sind. Daher müssen sie oft ihren Verstand zu Hilfe nehmen, um gegen diese Muster handeln zu können. Im Zusammenhang mit  Jagd und wie das Prinzip der Totemtiere zeigt, entwickelten sich auch besondere Tierbeziehungen. Die typisch menschliche „Biophilie“, also das profunde Interesse an Natur und Tieren, das Menschen aller Kulturen zeigen, ist darauf zurückzuführen. Seit vor etwa 80.000 Jahren Homo sapiens Afrika verließ, bestand eine ganz besondere Beziehung zu Wölfen, die später in Form der Hunde die Entwicklung aller menschlichen Kulturen begleiteten.

Band VI

GRENZEN (IN) DER KUNST
Konrad Paul Liessmann / Thomas Daniel Schlee

Die naturwissenschaftlich-technisch orientierte Wissenschaft hat die Lösung konkreter Probleme zu ihrem Programm gemacht. Die praktische Verwertung ihrer „Antworten“ erfolgt über Produkte, welche die Wirtschaft ankurbeln. Diese globale „Erfolgsgeschichte“ hat die geisteswissenschaftliche Erklärung der Welt und die wissenschaft- liche Reflexion der dabei auftretenden Probleme in den Hintergrund gestellt. Anders beim „Produkt“ künstlerischer Arbeit: Eröffnet nicht das Kunstwerk gerade dadurch, dass es sich gleichsam als Gegenent- wurf von der gelebten Wirklichkeit abgrenzt, einen anderen Blick da- rauf und ermöglicht somit individuelle und kollektive Selbstreflexion?

Band VII

DAS GANZE UND SEINE TEILE – DIE ELEMENTE UND DAS ELEMENTARE
Peter Heintel / Herbert Pietschmann

Eine der Maximen des mechanistischen Denkens, das uns großartige Erfolge in Technik und Weltverständnis brachte, ist die Zerlegung jedes Problems in kleinste Teile. In der Elementarteilchenphysik wurde mit der Entdeckung des Higgs-Teilchens die bisher tiefste Front erreicht. Mit diesen Elementarisierungsversuchen wollen die Menschen herausfinden, woraus Mensch und Natur zusammengesetzt sind. Verstehen sie dabei aber auch, was sie als Teil der Natur, des Kosmos sind? Die Quantenphysik hat gezeigt, dass diese Maxime selbst bei der Materie zu kurzschüssig ist. Zur Diskussion steht daher der „ganze“ Mensch in seinen vielfältigen Relationen zur Natur und und sich selbst.

Band VIII

DEM KONSUMISMUS TROTZEN
Marianne Gronemeyer / Wolfgang Ullrich

Kaum etwas prägt unsere Weltwahrnehmung und unser Selbstverständnis heutzutage so sehr wie Konsumprodukte. Die Warenästhetik ist zu einer normativen Instanz geworden. Vielen ist noch nicht bewusst, wie Konsumprodukte als Massenmedien funktionieren und was sie aus uns machen. Tatsächlich werden wir als Konsumenten systematisch daran gehindert und unfähig gemacht, unser Leben aus eigenen Kräften gemeinschaftlich mit anderen zu meistern. Da wir nicht mehr für uns selbst sorgen können, müssen wir mit allem versorgt werden. So sind wir nahezu vollständig erpressbar geworden. Wo bleibt der freie Bürger angesichts des faszinierten Konsumenten?

Band IX

VOM KOPF ZUR HAND, … UND DAZWISCHEN EINE GANZE WELT
Konrad Paul Liessmann / Wolfgang Ullrich / Peter Strasser / Eduard Kaeser

Das Zusammenspiel von Hand und Kopf hatte für die evolutionäre und zivilisatorische Entwicklung des Menschen eine zentrale Rolle gespielt und zu ungeahnter handwerklicher und künstlerischer Entfaltung geführt. Die Hände wurden nicht nur zu Kommunikationsorganen, sondern schufen auch Werkzeuge als Fortsetzung der Hand mit anderen Mitteln. In unserer industriellen bzw. virtuellen Gesellschaft scheint die Arbeit der Hände zunehmend überflüssig zu werden, und auch im modernen Kunstbetrieb legen manche Künstler selbst gar nicht mehr so sehr Hand an ihre Werke.

Band X

Der Mensch und die Erde. Ein Gestörtes Verhältnis!?
Arno Bammé / Christian Schwägerl

In der Geschichte der Menschheit gab es immer wieder Knotenpunkte, Verdichtungen, Weggabelungen, die über Untergang oder Weiterentwicklung einer Bevölkerung, einer Ethnie entschieden haben. Vieles spricht dafür, dass wir uns heute in einer solchen dramatischen Situation befinden. Doch im Unterschied zu den bisherigen Knotenpunkten betrifft die gegenwärtige Entwicklung, die mit der wissenschaftlich-technischen Revolution eingesetzt hat, die Menschheit als Ganzes. Kann uns die Anthropozän-Idee vielleicht dabei helfen, unsere Rolle als „Spezies Mensch“ auf der Erde besser zu verstehen und verantwortungsbewusster auszuüben? Oder ist sie nur ein Synonym für die drohende Apokalypse, die Selbstzerstörung der Zivilisation in einem Strudel von Konsum, Krieg
und Klimakatastrophe?

Eine kritische Analyse, aber auch klare Hinweise und Gestaltungsaufgaben, wie diese Katastrophe eventuell doch noch abgewendet werden kann.

Band XI

Wissenschaft:Kunst – Sind Künstler Forscher und Forscher Künstler?
Peter Heintel/Hans-Jörg Rheinberger/Felix Tretter/Wolfgang Zinggl

In vier höchst unterschiedlichen Beiträgen zur Veranstaltungsreihe „Kunst|Wissenschaft|Gesellschaft – Quer denken“ versuchen Peter Heintel, Hans-Jörg Rheinberger, Felix Tretter und Wolfgang Zinggl mit ihren persönlichen interdisziplinären Zugängen die beiden „Kulturgestalten“ Wissenschaft und Kunst zu fassen. Sie arbeiten Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und überwinden dabei ihre strikte Trennung. Bei ihren „Brückenschlägen“ zwischen Wissenschaft und Kunst geht es um die Wirkung oder den Nutzen der Kunst, im Hinblick auf die Erkenntnisgewinnung um die Frage: Sind Künstler nicht auch Forscher und Forscher Künstler?

Band XII

Literarische Sprengsätze. Über das Verhältnis von Macht und Widerstand.
Ilija Trojanow im Gespräch mit Michael Kerbler

Diese Geschichten wurden für Zeitungen und Magazine geschrieben und von diesen veröffentlicht, in einer Zeit, als es noch keine Handys und kein Internet gab und bei uns nicht einmal ein Fernsehen. Man las solche Geschichten also einfach aus Langeweile oder zur Unterhaltung oder vielleicht auch nur, um sich bei der Nase zu nehmen. Denn beinahe naturgemäß kommen da Kraut und Rüben durcheinander. Aber eins steht in oder wenigstens hinter all diesen Geschichten: Neben der oft banalen oder blödsinnigen oder auch grausamen und bluttriefenden sogenannten Realität gibt es noch eine andere Wahrheit, die es herauszufinden gilt … oder zu verdrängen. Wie gesagt: Was tut man nicht alles, wenn es kein Internet und keine Handys und bei uns nicht einmal ein Fernsehen gibt?